
ARTIKEL-ARCHIV
Die Biller-Bahn - Geschichtlicher Überblick (Teil 1)
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Katalog-Deckblatt Anfang der 50er Jahre |
Jahrzehntelang war die Firma Hans Biller, Patentspielwarenfabrik Nürnberg, ein Markenzeichen für idennreiche Spielzeuge. Hans Biller, der sich 1937 selbstständig machte, war zuvor Konstrukteur bei der Fa. Bing. Mit aus einer Konkursmasse gekauften Maschinen nahm er die Produktion auf. Seine Blechspielzeuge erschienen unter dem Namen "HABI Patent" und sind auch heute noch von Interesse.
Beispielsweise das Patent-Auto Nr. 1208. Es konnte durch Verstellen der Räder verschiedene Figuren fahren. Den Krieg überdaute die Firma. Das Markenzeichen ist nun das "B" in einem Uhrwerkschlüssel an der linken Seite. Wichtigste Neuerung nach dem Krieg war die Biller-Bahn.
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Weitere Informationen zur Biller-Bahn finden Sie im Marken-Archiv.
Biller-Bahn Kataloge finden Sie im Katalog-Archiv.
Die Biller-Bahn - Blech Ära
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Dampflok"500" mit Uhrwerk und Schneepflug (Kleinserie des Verfassers) |
Fast sämtliche Nürnberger Blechspielzeug-Hersteller hatten, wenn auch teilweise nur kurzzeitig, die Produktion von Spielzeug-Eisenbahnen im Programm. Überwiegend handelte es sich um sogenannte Billigbahnen (keine Systembahnen), die in Kaufhäusern und über Versandhäuser erworben werden konnten.
Die Biller-Bahn präsentierte sich zunächst als uhrwerksbetriebene Lorenbahn aus lithografiertem Blech, gefertigt in der ungefähren Baugrösse 0. Man hatte sich wohl an den allerorts bekannten "Trümmerbahnen" und Feldbahnen orientiert. Die Spurweite der Gleise betrug 16,5 mm. das Anfangsprogrammbestand aus einem 2-achsigen Diesellok-Modell (Vorbild war eine Deutz-Lok).
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Die Blech-Loren
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Biller Blech-Lore. |
Als Wagen standen anfangs nur kippbare Loren (Muldenkipper) zur Verfügung. Diese sind heute die Klassiker unter den Sammlern. Die Ausführung unter der Bestellnr. 001 ist komplett aus Metall gefertigt. Aufbau und Mechanismus sind naturgetreu nachgebildet. Die Mulde kann durch eine sinnvolle Vorrichtung gekippt und abgehoben werden. Das Kippen wird durch ein leichtes Niederdrücken des Kipphebels am Rahmen ausgelöst. Es gibt Loren mit den Nummern 1 bis 9. Bei späteren Serien hat man Haltebleche für die Mulden vorgesehen, so dass ein Abheben nicht mehr möglich war. Die Loren waren in dieser Form von 1949 bis Anfang der 70er Jahre im Sortiment.
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Die Biller Bahn - Kunststoff-Ära (Teil 2)
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Lok 550 mit Kunststoffaufbau und Ölwagen 503 |
Im Jahr 1965 wurde das Dampflok Modell überarbeitet und erhielt ein Kunststoff-Gehäuse (Nr. 550). Die Ausführung als Batterielok ist jetzt so konstruiert, daß die Batterien in das Führerhaus integriert waren. Das Führerhausdach wurde abnehmbar, um den Batterietausch zu ermöglichen. Zum gleichen Zeitpunkt wurde auch das Diesellok-Modell Nr. 013 umkonstruiert. Bei der Ausführung als Batterielok ist das Führerhaus aus Kunststoff abnehmbar. Ansonsten ist das Gehäuse aus Blech. Farbvarianten in Rot und Gelb/Blau folgten
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Kunststoff-Drehgestelle an 4-achsern
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Autotransporter 51 mit Kunststoff-Drehgestellen. |
Die Fahrgestelle der Waggons wurden nun aus Kunsstoff gefertigt, die Aufbauten aus Blech. Ein weiterer Schritt in Richtung Kunstoff-Fertigung war der Einsatz von entsprechenden Drehgestellen bei den 4-achsigen Wagen. Diese Drehgestelle waren leider nicht sehr robust und die Laufeigenschaften schlecht. Die Übergangsbühnen der Personenwagen waren jetzt ebenfalls aus Kunststoff gefertigt. Diese Schritte erfolgten nicht abrupt, sondern nach und nach. Vermutlich waren die Stanzwerkzeuge für manche Teile noch brauchbar. Für Sammler ist das reinste Eldorado entstanden.
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Variationswagen und Lore
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Loren - teilweise in Mischbauweise. |
Im Jahr 1968 erschien der sogenannte Variationswagen. Das 2-achsige Fahrwerk ist aus Metall und die Zubehörteile bestehen aus Kunsstoff. Mit diesem angebotenen "Universal-Variationswagen Nr. 508" war es möglich, vier verschiedene Modelle zu bauen: Plattenwagen, Kastenwagen, Ölwagen und Mannschaftswagen. Aus den Varianten Rot, Gelb, Blau und zwei Grüntönen liessen sich kunterbunte Fahrzeugkombinationen herstellen.
Im Jahr 1972 wurde die Lore auch auf die Mischbauweise Kunststoff/Metall umgestellt und büßte viel von ihrem ursprünglichen Flair ein. Die jetzt roten Kippmulden aus Kunstsoff ruhen in einer ebenfalls aus Kunsstoff bestehenden Aufnahme. Der Kipphebelmechanismus entfiel. das Fahrwerk war anfangs noch aus Metall, später auch aus Kunststoff. Ein Nachteil war, daß die nach wie vor aus Blech gefertigten Kupplungen aus ihren Kunstoffbefestigungen brachen. Die Robustheit war auf der Strecke geblieben!
Es wurden auch zwei Kippmulden auf ein 4-achsiges Fahrgestell montiert. Dieser Wagentyp gehört zu den zuletzt gefertigten Modellen. In gutem Zustand ist er heute sehr selten.
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Laufkran Gigant
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Laufkran "Gigant" mit Verladerampe Nr. 1820E |
Um die Spielmöglichkeiten der Biller-Bahn zu erhöhen, wurde im Jahr 1960 ein fahrbahrer Torkran "Gigant" angeboten. Dazu gab es eine passende Verladerampe - eine Art Diorama als Kunststoff-Tiefziehfolie. Die Laufkräne wurden zuerst mit Greifern, später Haken und einer Tragvorrichtung gefertigt. Im Prospekt von 1966 wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein Einbau in jede Eisenbahnanlage möglich ist. Viele dieser Verladeanlagen sind ein auffälliger Blickpunkt in Spur 0-Tinplate-Anlagen. Auch Bagger und Kräne aus der Biller Fertigung waren ein beliebtes Zubehör.
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Biller-Bahn 2000
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Biller-Bahn 2000 |
Als Neuheit des Jahres 1972 wurde die "Biller-Bahn 2000" wahlweise mit Uhrwerkslok oder Batterielok angeboten. Der Preis belief sich für die Lorenbahn laut Preisliste von 1976 auf DM 58,50. Dafür bekam man eine komplette Spielbahn-Anlage für Kinder ab 3 Jahren. Robust - sicher - einfache Handhabung - ausbaufähig durch Anschluss von weiteren Schienen: Zwei Landschaftsteile aus tiefgezogenem Kunststoff mit integrierten Gleisen und Weiche werden durch zwei Brückenteile verbunden. Dazwischen wird ein "Gewässer" eingeschoben. Die Zubehörteile wie Brückengeländer, Schranken, Signale, Warnkreuze müssen nur noch eingesteckt werden. Dazu gabe es einen roten Lorenzug. Diese farbenfrohe Bahn konnte seinerzeit leider keine steigenden Verkaufszahlen für ein besseres Ergebnis der Firma Biller mehr bringen.
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weitere Bilder: Biller-Bahn
erschienen: Heft Nr. 5/6, 3 Jg - 15. Oktober 2005
Autor: Paul Ast












