Checkliste Fahrwerk

Nach dem Öffnen der Lok fällt der erste Blick auf den Zustand der Zinkguß-Komponenten. Zeigen diese Teile Risse, Abbrüche oder sonstige Zerfallserscheinungen, so besteht die weitere Bewertung des Fahrwerks aus der Bestandsaufnahme der vorhandenen Teile. Ist das Fahrwerk augenscheinlich intakt, so sollte man, sofern die Möglichkeit gegeben ist, durch einen Fahrtest die Funktionsfähigkeit der Maschine testen.

Unabhängig davon folgt die Prüfung der Details, die für die Beurteilung der Maschine von Bedeutung sind.


Drehgestelle

Die Drehgestelle sind der Ausgangspunkt vieler individueller Anpassungen durch die Vorbesitzer, welche vielfach zum Verlust von Originalteilen geführt haben. Auf dem Laufdrehgestell ist die Fliehkraft-Kupplung montiert. Diese wird separat beschrieben.

folgende Punkte sind zu prüfen:

  • Die Original-Radsätze sind entweder vernickelt oder brüniert. Bei der Gleichstrom-Version beträgt die Spurbreite 14,2 mm, bei der Wechselstrom-Version hingegen 13,8 mm.
  • Die Stromabnehmer sind an einem Pertinax-Träger befestigt. Dieser ist mit vier Schrauben am Lauf-Drehgestell montiert. Das Pertinax-Teil ist empfindlich und hat oft Ausbrüche. Bei der Wechselstrom-Variante befindet sich an dem Träger ein Ski-Schleifer, bei der Gleichstrom-Lok sind jeweils rechts und links die Stromabnehmer für die Radsätze befestigt.
  • Es wurden drei Unterschiedliche Kupplungen verbaut. Die Wechselstrom-Version verfügt über eine Bügelkupplung (ähnlich Märklin), die Gleichstrom-Version wurde mit Haken- oder Fleischmann-Kupplung geliefert. Die Kupplungen passen jeweils in die federnde Aufnahme am Drehgestell und sind mit einer Schraube befestigt.
  • Hinter der Kupplung ist jeweils ein Schneeräumer (vernickelt oder mattschwarz lackiert) montiert. Dieser ist mit zwei Schrauben am Drehgestell befestigt, welche werksseitig mit einem meist weißen Lacktropfen versiegelt sind.



An den Drehgestellen wurden häufig Umbauten vorgenommen.


Fliehkraftkupplung

Die Fliehkraftkupplung ist ein besonderes technisches Highlight dieser Modell-Lokomotive. Angeblich ist eine Auslaufserie ohne diese Kupplung gefertigt worden. Hierbei fehlt dann einfach das entsprechende Bauteil, ansonsten ist die Lok identisch mit der üblichen Serienversion. Aus diesem Grunde werden auch Loks angeboten, bei denen dieses seltene Stück fehlt, weil es schlicht als Ersatzteil für eine bessere Maschine verwendet wurde. Grundsätzlich ist das Fehlen der Kupplung mit einem deutlichen Preisabschlag zu bewerten.

folgende Punkte sind zu prüfen:

  • Die Kupplung muß frei drehen und darf nicht verharzt sein. Keinesfalls darf die Kupplung mit Gewalt gangbar gemacht werden!
  • Die Welle zwischen Motor und Kupplung muß vorhanden sein.
  • Die Kupplung muß sauber in den Lagern des Drehgestells liegen.
  • Das Stirnrad muß unbeschädigt sein und sauber mit den Getriebezahnrädern des Drehgestells schließen.


Die Fliehkraftkupplung sorgt für einzigartige Fahrqualitäten.


Rahmen mit Motor

Die Pocher CC 7107 hat einen aufwändig konstruierten Rahmen, welcher aus zwei Zinkguß-Einheiten und dem eigentlichen Motor besteht. Der Motor befindet sich zwischen den beiden Rahmen-Teilen. Alle drei Komponenten werden duch eine Konstruktion aus Schrauben und vernickelten Hülsen zusammengehalten.

folgende Punkte sind zu prüfen:

  • Die Rahmenkanten und die Hülsen der Motorbefestigung müssen in einer Flucht stehen.
  • Die Flügel des Kühlventilators müssen unbeschädigt sein.
  • Die vernickelten Hülsen für die Motorkohlen müssen vorhanden sein.
  • Die Kardanwelle zwischen Motor und Fliehkraftkupplung muß vorhanden sein.
  • Die Verbindung für die Stromverbindungen zum Gehäuse müssen intakt sein.
  • Die Umschalt- bzw. Gleichrichter-Einheiten müssen vorhanden und intakt sein. Details finden Sie hier..


Die Konstruktion verlangt eine präzise Montage der Komponenten.


Zusatzteile

Schließlich sollte noch das Vorhandensein der zusätzlichen Bauteile überprüft werden.

  • Die dunkelgrüne Motorschürze ist ein bruchgefährdetes Zinkguß-Teil und wird mit vier Schrauben zwischen den Drehgestellen unterhalb des Motors am Rahmen montiert.
  • Das Bleigewicht ist ein unsauber gegossenes Formteil, welches über der Kardanwelle auf dem kürzeren Rahmenteil entweder geschraubt oder gesteckt ist. Das Gewicht wurde sowohl in der Rahmenfarbe als auch rot lackiert.


Das gewicht ist bei den jüngeren Ausführungen gesteckt und kann deshalb leicht verloren werden.

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Buchtipp zum Thema



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Elektrische locomotieven NS-serie 1300
Henk Bouman, 1999 - ISBN 9071513327 - antiquarisch


Les CC 7100 - Hrsg. La Vie du Rail
Denis Redoutey, 224 Seiten, 331 Bilder

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