Vom Luxuszug zum Einheits-TEE
Im Jahre 1969 erhielt der „Mistral“ dann ein neues Gesicht. Die alten Wagengarnituren gingen in den Rapide „Le Lyonnais“ über, welcher eine Stunde vor dem „Mistral“ von Paris in Richtung Süden verkehrte. Am 9. Februar 1969 hatte der Fahrdrahtausbau Nizza erreicht. An diesem Tage begann die durchgehende elektrische Traktion des „Mistral“ mit den Zweifrequenzmaschinen der Baureihe 25000. Hiermit verbunden war auch der Einsatz neuer Wagengarnituren sowie wiederum eine spürbare Verkürzung der Fahrzeit.
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Mit Zweifrequenzmaschinen ging es ab 1969 "unter Draht" bis Nizza. |
Die neuen Inox-Wagen hatte man im Inneren wesentlich verändert. Außen Die modernen Leichtmetall-Wagen zeigten auch außen den bewährten „Mistral –Schriftzug nicht mehr. Insgesamt gibt es von dem neuen Inox-Wagentyp fünf Varianten, wobei der Abteilwagen nach wie vor über 48 Plätze verfügt, die sich auf 8 Abteile zu 6 verteilen. Hinzu kam ein Wagen mit Großraum. Die Innenausstattung entsprach dem Zeitgeschmack und wurde von namhaften Designern entworfen.
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Die sogenannten "INOX 69"-Wagen gaben dem Zug ein einheitliches Äußeres. |
Im Wesentlichen unterscheidet sich der „Mistral“ von anderen TEE-Zügen durch die beigestellten „Spezialwagen“.Hierzu gehören zwei exklusive Speisewagen, die sich besonders an die Reisenden in den Abteilen richten, während in den Großraumwagen auch am Platz serviert wurde. Die Speisewagen verfügten jeweils über 39 Plätze in der bei der SNCF ungewöhnlichen Einteilung 2:1.
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Die Zeichnungen zeigen die komfortable und vielseitige Einrichtung der neuen INOX-Wagen. | ||||||
Der "neue" Mistral bietet hohen Reisekomfort
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Im Generatorwagen wurde auch eine Bar installiert. |
Der besondere „Clou“ des Zuges jedoch war der Barwagen, welcher neben der eigentlichen Bar auch über eine kleine Boutique, ein Zugsekretariat und schließlich über einen Frisörsalon verfügt. Als fünfter Wagentyp ist der „Fourgon Generateur“ zu nennen. Dieser als Schlusswagen auch äußerlich angepaßte Waggon verfügt neben dem 600 PS-Generator über ein Zugführerabteil mit Telefon und einen Großraum mit 21 Plätzen.
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Seit 1969 bot "Le Mistral" äußerlich ein einheitliches Bild, wie nach und nach alle anderen TEE-Züge der SNCF auch. |
Zur seinerzeit „hypermoderne“ Einrichtung des Zuges gehörten die automatischen Einstiegstüren, verglaste Automatik-Türen an den Wagenübergängen, Glastüren an den Abteileingängen, sowie Doppelscheiben mit Jalousien. Der Zug wird von Hostessen begleitet und will damit das Niveau der damals noch sehr exklusiven Flugreise erreichen.
Bildergalerie
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Im "neuen" Mistral fanden die Reisenden vielseitige Zersteuung und Arbeitsmöglichkeiten während der Fahrt. | ||||
Eine letzte Besonderheit wurde im Januar 1970 eingeführt: Der Rapide „Le Mistral“ erhielt einen Kinowagen. Dieser grün-graue, fast fensterlose Wagen war im Innern mit einen 17,5m x 2,7m großen Saal ausgestattet. Hier gab es 66 rot gepolsterte Fauteuls und 10 Klappsitze. Die Reisenden kamen für einen Betrag von 5 Francs in den Genuß einer vollwertigen Filmvorführung.
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Der Kinowagen im "Mistral" erfreute die Reisenden nur wenige Jahre. |
Die Einführung des Kinowagens war wohl ein letzter Versuch, der Bahnverbindung Paris-Nizza einen individuellen Charakter zu verleihen. Nach und nach wurden die Wagengarnituren der europäischen TEE –Linien auf ein einheitliches Niveau gebracht. „Le Mistral“ lebte bis zum Ende der TEE-Ära von seinem großen Namen – aber schon längst hatte das anspruchsvolle Publikum das Flugzeug als alltägliches Verkehrsmitte entdeckt. Heute wird die Strecke von den „rasenden Straßenbahnen“ - genannt TGV - im 30 Minuten-Takt befahren . Das Flair ist mit dem der 50er und 60er Jahre zwar nicht zu vergleichen, dafür ist die Fahrzeit noch einmal spürbar geschrumpft. Ein Zugeständnis an die moderne Zeit! Glücklicherweise haben die Modellbahnhersteller in der Vergangenheit zahlreiche sehr schöne Lokomotiv- und Wagenmodelle produziert. Hiermit lassen en sich die Vorbilder noch einmal im Kleinen erleben.
(Kopie 1)
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